Im November 2024 führte die AHOP (Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen) eine österreichweite Befragung unter ihren 890 Mitgliedern durch, um den aktuellen Stand spezialisierter Pflege zu erfassen. Knapp 55% von ihnen nahmen an dieser Befragung teil (n = 489).
Im Folgenden legen wir den Fokus auf die Ergebnisse zu Angaben von Weiterbildungen und zum Einsatz in spezialisierten Rollen.
317 Befragte haben die Frage zur Weiterbildung/Spezialisierung beantwortet. Davon gaben 59,6% an, die Weiterbildung (WB) Onkologische Pflege abgeschlossen zu haben, 15,7% die WB Palliative Care und 11,6% die WB Breast Care Nurse. 96 Personen gaben an, ein Studium oder einen akademischen Lehrgang abgeschlossen zu haben, konkret 30,2% den akademischen Lehrgang Cancer Nurse, 31,3% ein Studium in Advanced Nursing Practice und 38,5% andere (z.B. Management).
Allerdings bedeutet der Abschluss einer Weiterbildung oder eines Studiums nicht automatisch eine Tätigkeit in einer spezialisierten Rolle. Dennoch sind bereits konkrete Entwicklungen erkennbar:
Diese Ergebnisse zeigen einen positiven Trend, aber auch klaren Weiterentwicklungsbedarf. Es wird weiter aktiv an der Umsetzung der Forderungen des Positionspapiers der OeGHO (Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie) und AHOP (2023) gearbeitet. Der aktuelle Fokus liegt auf der Aufnahme der Cancer Nurse als Spezialisierung lt. § 17 in das GuKG (Gesundheits- und Krankenpflegegesetz) durch Entwicklung und Einreichung des Qualifikationsprofils und Inklusion der Cancer Nurse im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG).
Die nachhaltige Etablierung spezialisierter Pflege in der Onkologie soll sowohl strukturell als auch rechtlich und qualitativ erfolgen – im Interesse von Patient:innen, Pflegenden und dem Gesundheitssystem insgesamt.
Harald Titzer, Daniela Haselmayer