Zervixkarzinom-Früherkennung 2025

Die Krebsabstrichuntersuchung nach Papanicolaou (PAP) beim Zervixkarzinom war die erste Früherkennungsuntersuchung überhaupt und hat zu einer drastischen Reduktion der Zervixkarzinom-Inzidenz geführt. Derzeit erkranken etwas mehr als 400 Frauen jährlich in Österreich an einem invasiven Zervixkarzinom. Durch den Krebsabstrich (PAP-Test) werden jedoch pro Jahr etwa 5.000 Krebsvorstufen diagnostiziert und mit einer kleinen Operation (LLETZ-Konisation) meist erfolgreich behandelt.

International setzt sich aufgrund der überzeugenden Datenlage immer mehr der HPV-Test ab dem 30. Lebensjahr als die bessere Früherkennungsuntersuchung im Vergleich zum PAP-Test durch. Dieser bietet 2 essenzielle Vorteile:

  1. Der HPV-Test ist im Vergleich zum PAP-Test wesentlich empfindlicher, Krebsvorstufen zu detektieren.
  2. Bei negativem (unauffälligem) HPV-Test ist nach neuester Datenlage eine Wiederholung erst nach 5 Jahren notwendig, sodass jährliche Besuche beim/bei der Gynäkolog:in nicht mehr notwendig sind.

Sollte der HPV-Test aus der Scheide eine Besiedelung mit einem high-risk HPV-Virusstamm ergeben, ist weiterhin ein zusätzlicher Krebsabstrich (PAP-Test) erforderlich. Zeigt dieser ebenfalls einen auffälligen Befund, sollte durch eine Kolposkopie (Lupenbetrachtung des Gebärmutterhalses) nach verdächtigen Veränderungen gesucht werden und, falls vorhanden, dann auch eine Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung daraus entnommen werden.

Die offiziellen Screeningempfehlungen der Europäischen Kommission beinhalten daher den HPV-Test alle 5 Jahre bei Frauen > 30 Jahren.
In Österreich (das keine eigenen offiziellen Früherkennungsempfehlungen erstellt) empfiehlt die Österreichische Krebshilfe in Abstimmung mit der gynäkologischen Fachgesellschaft (AGO) einen jährlichen Krebsabstrich ab 20 und den HPV-Test ab 30 Jahren alle 3 Jahre, wobei eine Doppeltestung (gleichzeitiger PAP-Abstrich und HPV-Test) vermieden werden soll. Diese Empfehlung gilt sowohl für HPV-geimpfte als auch nicht HPV-geimpfte Frauen. Eine Aktualisierung der Empfehlungen im Sinne eines 5-jährigen Intervalls ist offen.
Offiziell wird der HPV-Test als reine Vorsorgeuntersuchung in Österreich nicht von den Krankenkassen finanziert, in der Praxis werden die Kosten dennoch aufgrund der überzeugenden Daten übernommen.

Bei allem Erfolg des HPV-Screenings ist es wichtig zu erwähnen, dass die wirkungsvollste Prävention des Zervixkarzinoms jedoch die HPV-Impfung im Kindes- und Jugendalter ist. Damit könnte das Zervixkarzinom überhaupt weitestgehend verhindert werden.

Zu fordern sind in Österreich daher die folgenden Punkte:

  • Die offizielle Kostenübernahme des HPV-Tests durch die Krankenkassen – diesbezügliche Verhandlungen für die Kostenübernahme sollten möglichst bald erfolgreich abgeschlossen werden
  • Eine Angleichung der Empfehlungen der österreichischen gynäkologischen Fachgesellschaft mit jenen der Europäischen Kommission hinsichtlich des 5-jährigen HPV-Testintervalls
  • Ein flächendeckendes, organisiertes Screeningprogramm des Zervixkarzinoms mittels HPV-Test alle 5 Jahre, zumindest ab dem 30. Lebensjahr (wie auch von der Europäischen Kommission empfohlen)

 

Paul Sevelda